„Zeit für Arbeit, nicht für Aktenberge“
„Unsere Unternehmen brauchen Zeit für ihre Arbeit und nicht für immer neue Formulare, Nachweise und Dokumentationspflichten. Beim Bürokratieabbau müssen wir endlich spürbar vorankommen.“ Das betonte der CDU-Landtagsabgeordnete Albrecht Schütte bei seinem Besuch der BVH Blechverarbeitung GmbH in Sinsheim-Dühren. Im Gespräch mit Inhaber Rolf Kühner ging es um die aktuelle Lage des Mittelstands und die besonderen Herausforderungen für kleinere Betriebe.
Beim Rundgang durch die Produktionshallen konnte sich Schütte ein Bild von der modernen Fertigung bei BVH machen. Was einst mit klassischen NC-Maschinen begann, ist heute ein leistungsfähiger Betrieb mit Stanz- und Biegemaschinen, Schweißrobotern und einem breiten technischen Leistungsspektrum. Rund 20 Arbeitsplätze sind inzwischen in Dühren entstanden. „Das ist gelebter Mittelstand, der mit viel unternehmerischem Mut, technischem Know-how und Einsatz gewachsen ist“, so Schütte.
Besonders intensiv wurde über Bürokratie gesprochen. Kühner berichtete aus seinem Betriebsalltag, dass größere Auftraggeber Dokumentations- und Berichtspflichten häufig an kleinere Zulieferer weitergeben – auch dort, wo diese eigentlich gar nicht unmittelbar verpflichtet wären. „Genau solche Entwicklungen müssen wir stoppen“, forderte Schütte. „Mit dem Effizienzgesetz schaffen wir auf Landesebene zahlreiche Berichts- und Dokumentationspflichten ab. Entscheidend ist aber, dass die Entlastung auch tatsächlich bei den Betrieben ankommt.“
Im weiteren Gespräch wurde zudem deutlich, dass Förderprogramme in der Praxis oftmals den eigentlichen Zweck verfehlen. „Oft profitieren nur große Unternehmen von Förderprogrammen. Kleine Betriebe können sich in einer schlechten Wirtschaftslage den Kauf von neuen Maschinen schlicht nicht leisten, weshalb solche Förderungen oftmals zur falschen Zeit kommen“, so Kühner aus seiner Erfahrung. Hier pflichtete Schütte ihm bei: „Viele Förderprogramme verfehlen leider ihr Ziel, deshalb müssen wir diese zukünftig stärker auf ihre tatsächliche Wirkung überprüfen. Wenn Maßnahmen ihre Ziele verfehlen oder an der Praxis vorbeigehen, müssen wir gegensteuern.“
Zum Abschluss dankte Schütte Rolf Kühner für den offenen Austausch und die Einblicke in den Betriebsalltag: „Solche Unternehmen sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Deshalb müssen wir ihnen den Rücken freihalten – mit weniger Bürokratie, guten Rahmenbedingungen und einer Wirtschaftspolitik, die sich an der Praxis orientiert.“