Mit der Polizei auf Streife in Heidelberg
Donnerstag, den 18. Juni 2020 um 08:32 Uhr

Abgeordneter Dr. Albrecht Schütte (CDU) war mit Beamten des Reviers Heidelberg Mitte unterwegs

V.l.n.r.: Polizeihauptkommissar Sebastian Mayfarth, Dr. Albrecht Schütte MdL und Polizeioberrat Uwe Schrötel.

„Im Landtag bin ich immer wieder an Entscheidungen beteiligt, die weitreichende Auswirkungen auf die Arbeit der Polizei haben. Da macht es Sinn sich vor Ort zu informieren“, so der Landtagsabgeordnete Dr. Albrecht Schütte (CDU) aus Bammental über seine Motivation, eine Nachtschicht vom Revier Heidelberg Mitte begleiten zu dürfen. Revierleiter Polizeioberrat Uwe Schrötel, der den Abgeordneten bereits aus seiner Sinsheimer Zeit kennt, begrüßte Schütte und gab einen Überblick über die Aufgaben des Reviers und wesentliche Verschiebungen aufgrund der Corona-Krise.

Neben der standardmäßigen Arbeit eines Reviers ist Mitte auch noch für die Bekämpfung und Aufklärung der Cyberkriminalität in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zuständig. Hier, so Schrötel, nehme die Kriminalität kontinuierlich zu. In fast allen anderen Bereichen aber sei es während der Corona-Krise ruhiger geworden. Fahrten unter Einfluss von Alkohol und Betäubungsmittel habe es fast keine gegeben, Auseinandersetzung von Gästen in der Altstadt auch nicht, auch die Anzahl der Wohnungseinbrüche sei zurück gegangen. Überraschenderweise beobachte man in der Statistik zumindest in diesem Revier keinen Anstieg der ermittelten Fälle häuslicher Gewalt. Heidelberg-Mitte zeichne sich durch eine sehr junge Mannschaft aus, machte der Revierleiter auf eine Besonderheit aufmerksam.

„Für mich macht es das sehr attraktiv hier zu arbeiten.“ Sehr dankbar sei man in diesem Zusammenhang, dass die ersten Beamten der Einstellungsoffensive ab 2016 nun vor Ort seien. Auch die Praktikanten seien im zweiten Halbjahr eine echte Unterstützung. „Die von der Stadt, dem Präsidium und Innenminister Thomas Strobl ausgehandelte Sicherheitspartnerschaft ist eine tolle Sache. Die Sicherheitslage hat sich deutlich verbessert. Ohne die zusätzliche Unterstützung durch die Bereitschaftspolizei könnten wir unsere Aufgaben bei weitem nicht so erfolgreich erledigen.“, eine Aussage des Revierleiters die Schütte im Laufe der Nacht auf dem Revier immer wieder hören sollte. Für die Nacht übergab der Revierleiter den Abgeordneten dann in die Obhut der diensthabenden Gruppe unter Leitung von Polizeihauptkommissar Sebastian Mayfarth. Zunächst ging es als sogenannte Corona-Streife zu Fuß durch die Hauptstraße.

„Unser Ziel ist nicht Ordnungswidrigkeiten zu verhängen, so der Dienstgruppenleiter, wir weisen die Personen in Zweifelsfällen auf die Abstandsregeln hin, die allermeisten nehmen das gerne an. Allerdings, seien die Regeln der Corona-Verordnung inzwischen vielfach eher schwer nachzuvollziehen. Schütte nahm diesen Hinweis auf: „Es ist auch uns als CDU-Fraktion ein Anliegen, möglichst rasch eine neue Verordnung mit verständlichen und konsistenten Vorgaben zu erlassen.“ Mit Hinweisen gehen die Beamten auch mit Fahrradfahrern in der Hauptstraße um, die auch in Corona-Zeiten eine reine Fußgängerstraße ist. Nach einem kurze Hinweis wurden die Räder geschoben. Im Laufe der Nacht konnte Schütte weitere Einblicke in den Alltag der Polizeiarbeit gewinnen: Die Aufnahme von verirrten Fußgängern auf einer Bundesstraße, Kontrollen des Verkehrs nach Fahrern unter Alkoholeinfluss oder Rasern als Zivilstreife, Blutentnahme auf dem Revier oder ein Einsatz auf dem Königstuhl, wo eine größere Menge die tolle Aussicht genoss. Ebenso interessant wie der Einblick in die Tätigkeit war es für den Abgeordneten, die Sicht der Beamten zu den Themen zu erfahren, die im Landtag immer wieder diskutiert werden, zum Einsatzalltag ebenso wie z.B. zu den Inhalten des Studiums. Die Ausstattung sei in den letzten Jahren deutlich besser geworden: „Wir sind sehr dankbar für die Einführung der Bodycam. Sie ist ein voller Erfolg“, so einer der Beamten, „Viele Menschen werden abgeschreckt und bei Gerichtsprozessen helfen die Aufnahmen als Beweismaterial sehr.“ Problematisch sei, dass die Kamera nur im Außenbereich benutzt werden dürfte. Etwas was Schütte genauso sieht. Er hofft, dass die vorbereitete Änderung des Polizeigesetzes in diesem Punkt noch beschlossen werden kann. Der Koalitionspartner dürfe hier nicht blockieren. Am morgen um 5 Uhr bedankte sich Schütte bei der Dienstgruppe für die freundliche Aufnahme und die vielen wertvollen Eindrücke.

Bildunterschrift: Polizeihauptkommissar Sebastian Mayfarth, Dr. Albrecht Schütte MdL, Polizeioberrat Uwe Schrötel. (v.l.n.r.)